Emoji-Falle: Nein, die Katze ist nicht verstört!

  • AUTHOR: Christoph
  • 20. Juni 2017
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Emoji-Falle: Nein, die Katze ist nicht verstört!

Emojis erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das hat nun auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erkannt und angekündigt, die drei Ampelphasen rot, gelb und grün durch entsprechende Emojis ersetzen zu lassen. Die Änderung gilt sowohl für normale Verkehrs- als auch für Fußgängerampeln” (der Postillon, 06.06.2017)

*Zwinker*, *zwinker* – Emoji-Ampeln liegen im Trend und sollen sogar für einen Unfallrückgang sorgen. Das kann der Postillon, bekannt für seinen fundierten und spitzzüngigen Journalismus, bestätigen. Nette Idee. Mannigfaltige Interpretationsmöglichkeiten machen dem Plan leider einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Smiley mit Rotznase bedeutet zum Beispiel nicht gleich Schnupfen. Und Dampf in der Nase schon gar nicht. Nachsitzen. Wir klären auf.

Anderes Betriebssystem – andere Sitten

Warum Emojis unterschiedlich interpretiert werden, liegt zum einen an der Plattform oder am Betriebssystem. Eine Studie der Universität Minnesota hat sich genauer mit der Problematik befasst. Das Ergebnis: Die Darstellung der Emojis unterscheidet sich teilweise gravierend, mit Einfluss auf ihre Bedeutung. Laut internationalem Zeichenstandard ist festgelegt, wie die Symbole beschrieben werden. Wie sie dargestellt werden, entscheidet der Hersteller.

Beispiel Apple und Android: Die Grafik zeigt die verschiedenen Smileys mit derselben Beschreibung. Als lächelnd, freundlich soll das Emoji wahrgenommen werden. Die Realität ist für Apple eine andere. Die meisten der 304 Studien-Teilnehmer beurteilten das Symbol als negativ.

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Japan: Kultureller Exkurs

Als Erfinder der gelben Zeichen besitzt Japan die Deutungshoheit. Zu erkennen ist dies noch im jeweiligen Namen. Die Bezeichnung “Sleepy Face” zeigt zum Beispiel ein müdes Gesicht mit kleiner Rotzblase. Eine Symbolik, die westliche Nutzer gern als Schnupfen interpretieren.

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Gefaltete Hände werden häufig als “High Five” interpretiert. Im asiatischen Sprachraum ist dieses Symbol allerdings Ausdruck von Dankbarkeit.

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Wer Interpretationsschwierigkeiten beim “Sleepy Face” hat, sollte die Finger vom Katzen-Äquivalent “Weary Cat” lassen. Apple und Google haben eine Katze mit weißen Augen und aufgerissenen Mund in petto. Die Katze schreit aber nicht. Das wissen wir jetzt nach umfassender Recherche. Verstört und entsetzt ist sie ebenso wenig. Nur müde. Wer immer noch nicht durchblickt, schaut vor jeder Nachricht einfach unter emojipedia nach. Hilft sicher, um kulturellen Missverständnissen vorzubeugen.

Titelbild: ©emojipedia

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