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Sie haben es wieder getan. Zum aller letzten Mal? Wohl kaum.

Am 30. Juni 2017 verkündete Adam Mosseri, Senior Executive des Product Managements bei Facebook, dass Änderungen am bestehenden Newsfeed-Algorithmus vorgenommen wurden.

„Today we are making an update to help reduce low quality links in News Feed. We are always working to improve people’s experience in News Feed by showing more stories that we think people will find informative and entertaining. „

Doch wird das neue Update Leute und Unternehmen davon abhalten Spamnachrichten zu verschicken? Sensationsheischende Fake-News, fehlleitende Clickbait-Posts sowie Falschmeldungen niedriger Qualität und Informationsgehalt an die Nutzer weiterzuleiten? Um dies zu klären, machen wir eine kleine Geschichtsstunde.

In einem Rank von unserer Edge

Ein zentrales Element der Nachrichtensteuerung bei Facebook basiert auf dem sogenannten „Newsfeed-Algorithmus“, früher, also 2010, auch Edgerank genannt. Anfänglich gründete dieser auf drei Basisfaktoren:

  • Affinity (Analyse der Beziehung zwischen Nutzer und Urheber des Beitrages, Postings, Fanseite. Häufige Interaktionen erhöhten den Affinitätswert.)
  • Weight (Analyse der Art des Postings. Je mehr Reaktionen & Interaktionen, desto höhere Gewichtung des Textes.)
  • Time (Analyse des Zeitpunktes eines gemachten Postings bzw. Beitrages. Je älter der Beitrag, desto weniger Gewichtung.)

August 2013 kamen weitere Kriterien wie Last Actor, Re-Bumping oder Chronological Order hinzu. Seitdem verging kaum ein Halbjahr in dem Facebook nicht an seinem, teilweise geheimnisvollen, teilweise umstrittenen, da untransparenten Algorithmus herumdokterte und etliche Faktoren zur Verbesserung der angezeigten Inhalte für den Nutzer perfektionierte. Alles natürlich zum Wohle des Nutzers. Natürlich.

Balancierende Direktive

Und so versucht Facbook sich erneut aus der misslichen Lage zu befreien, Nutzern nur für ihn persönlich relevante, unterhaltende und informative Inhalte zu präsentieren, ohne diesen dabei in einer selbstgebauten Echokammer stranden zu lassen. Das Gleichgewicht zwischen Freunden, Unternehmen, Celebrities, Organisationen, Vereinen und so weiter erweist sich als schwieriges Thema, denn jeder Mensch ist ein Individuum. Auf Facebook sind weltweit um die 1,9 Milliarden aktive Nutzer. Einen perfekten Newsfeed für jeden zu generieren, kann so manches mal an Sisyphos-Arbeit erinnern.

Dabei ändert sich nach dem neuen Update für die meisten nicht viel.

Facebook will die menschlichen Bindungen und Beziehungen, die den Kern einer solchen sozialen Plattform bilden, nun mehr in den Vordergrund rücken. So werden weiter oben im Newsfeed vermehrt Beiträge von Freunden und Seiten angezeigt, denen der Nutzer gerne folgt und mit denen er oft interagiert. Beitragsquellen werden mehr nach der Beziehung zu dem Nutzer analysiert. Störende Beiträge zu Kommentaren oder „Gefällt mir“-Angaben von Freunden auf Seiten, denen man selbst nicht folgt, werden entweder ganz unten oder gar nicht mehr angezeigt.

Das ist wiederum eine ganze Menge. Am besten man ist immer auf dem neusten Stand der Facebook-Richtlinien.

Titelbild: (c) studiostoks