In fünf simplen Schritten den besten Influencer finden!

  • AUTHOR: Nikita
  • 8. September 2017
In fünf simplen Schritten den besten Influencer finden!

„Wenn euch das Video gefallen hat, lasst mir einfach ein Daumen-Hoch da! Vergesst auch nicht, mir ein Abo dazulassen und checkt meine Insta und Snapchat-Kanäle aus! Ich freu’ mich über eure Kommis auf Facebook! Tschüüß meine … “ (hier ein beliebiges quietsch-süßes Wort einfügen.)

So oder so ähnlich werden Meinungsmacher geboren. Laut Statista führt das Ranking der zehn größten Influencer in Deutschland, gemessen an der Follower-Zahl auf Instagram, bibisbeautypalace mit ganzen 5,11 Millionen Followern an. Dicht gefolgt von Konkurrentin dagibee (4,63 Millionen) und julienco (dem Freund von Bibi) mit 3,75 Millionen. Das ist viel und fast eine ganze Menge. Vor allem Reichweite, Produktplatzierungen und Marketingstrategien. Aber passt zu meiner Marke auch ein überbezahlter Teenager? Und wie finde ich den „Richtigen“?

#geld <3 Insta

Es gab sie ja schon immer. Werbeikonen und Meinungsmacher, mit denen Unternehmen, Filmemacher und Staatsleute gerne ihr Image aufpolieren. Oder Produkte und Dienstleistungen so „authentisch“ an die Zielgruppe bringen wollen wie möglich. Dieser Influencer kann, aufgrund seiner Reputation in einem bestimmten Umfeld und Themenbereich, die Entscheidungen anderer beeinflussen. Doch spätestens nach der Liaison zwischen Social-Media Plattformen und Marketingstrategien durchbricht das sogenannte Influencer-Marketing eine Schallmauer. Die preisliche.

1 Post: 22.500 Euro

Beim Influencer-Marketing geht es vordergründig darum, Marken- oder Produktfürsprecher zu gewinnen. Diese Meinungsführer nehmen Einfluss auf die Bewertung und Beurteilung von Produkten, Dienstleistungen, Marken, Unternehmen oder Arbeitgebern. Dieser Einfluss lässt sich auf die Kaufentscheidung übertragen. Für Unternehmen sind vor allem Influencer mit tagebuchähnlichem Feed und einer jungen, beeinflussbaren Zielgruppe wertvoll. Und diesen Media Value lassen sie sich einiges kosten. Mit dem InfluencerDB Tool kann ein Unternehmen abschätzen, welche Reichweite sie mit einer Produktplatzierung bei einem bestimmten Influencer erzielen können. So viel kostet ein Post der beliebtesten Influencer Deutschlands:

YouTuber Reichweite auf Instagram (in Mio.) Kosten pro Post (in Euro)
bibisbeautypalace 5,4 22500
dagibee 4,9 20827
julienco 4 17000
shirindavid 3,8 15693

#ad – reicht nicht aus!

Es könnte alles so leicht sein. Wenn es da nicht das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz gäbe. Genauer: Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

So machte das Urteil im Fall ROSSMANN neulich Schlagzeilen. Das Oberlandesgerichts (OLG) Celle legte fest, dass bezahlte Kooperationen mit Influencern auf Instagram deutlich als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Die Drogeriekette ROSSMANN hatte neben anderen Hashtages, das Hashtag „#ad“ verwendet. Offenbar sollte das „ad“ für „Advertisement“ stehen. „Alles andere als ausreichend“, so die Celler Richter. Werbung muss auf den ersten Blick als solche erkennbar sein. Der Konzern muss nun sicherstellen, dass werbende Beiträge sauber gekennzeichnet sind. Denn im Wiederholungsfall droht ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro. Sobald Geld im Spiel ist, verschwimmt die Grenze zwischen bezahlter Propaganda und geschäftlicher Kooperation leicht.

Who is Mr. Right?

Oder doch besser „where“? Denn es ist nicht leicht, einen passenden Influencer für die eigene Marke, das eigene Produkt oder Dienstleistung zu finden. Und so wird’s gemacht:

  1. Zieldefinition
    Folgende Fragen müssen vor dem Unterbreiten eines Angebotes zur Kooperation beantwortet sein: Welchem Zweck dient die Kooperation? Was wird vom Influencer in welchem Zeitraum erwartet? Wie wird der Erfolg gemessen? Wie präsentiere ich mein Produkt und wie stark wird die Visualisierung? Soll die Bekanntheit meines Produktes/Angebotes erhöht werden? Ist es entscheidend, dass der Influencer auf das Produkt hinweist oder es sogar anpreist?
  2.  Recherche
    Blog-Suchmaschinen wie Meltwater, Twingly und Twitter können als erste Anlaufpunkte genommen werden. Das Tool Tweetreach erlaubt es, kriterienbezogen, die wichtigsten Kontributoren zu einem Thema oder Hashtag zu identifizieren. Mit Klout besteht die Möglichkeit den Online-Einfluss von Personen auf einer Skala von 1 bis 100 anhand ihrer Profile in den sozialen Netzwerken zu messen. Zusätzlich helfen Webseiten wie teads.tv oder deutscheblogcharts.de die beliebtesten Blogs zu speziellen Themenbereichen zu finden.
  3.  Individuelle Ansprache
    Nicht lange und umständlich um den heißen Brei herumreden. Falls ein passender Kandidat für eine Kooperation gefunden wurde, per E-Mail kontaktieren. Gleich mit einem Kooperationsangebot und konkreten Vorstellungen, Wünschen und Vorstellungen auffahren.
  4. Passender Content
    Klick- und Followerzahlen können trügerisch sein. Der Kontext und der Grundtenor des Kanals/ der Kanäle des Influencers auf den sozialen Plattformen ist entscheidend. Denn ebenso wie er authentisch sein sollte, muss auch das eigene Angebot glaubwürdig zum Kanal passen. Sollte also eine seriöse Firma eine Zusammenarbeit mit einem Influencer eingehen, dessen Kanal überwiegend aus Pranks (extremen Streichen in Videoform) besteht, wird ihr Produkt in diesem Kontext kaum ernst genommen.
  5.  Kontaktpflege
    Influencer-Relations ist das Stichwort. Es reicht nicht, einem Meinungsführer ein einmaliges Angebot zu unterbreiten. Eine gute Kooperation kann nur über einen längeren Zeitraum entstehen. Deswegen ist es wichtig, aktuelle Projekt, Messeauftritte, Barcamps, News zu Produkten und Neuheiten ebenfalls zu kommunizieren, wie auf Wünsche, Ratschläge und Feedback der Community des Influencers selbst einzugehen.

Bild: (c) wikimedia

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