0800 – 281 4444 (kostenfrei)

Ein Schock für alle Eltern! Elektronisches Smart-Spielzeug soll den Kindern ein Gefühl der Freundschaft und Nähe vermitteln. Doch dass die Kinder blindlings allen Befehlen der Lieblingskuscheltiere folgen, hätte niemand erwartet. Die Gefahr: Die Spielsachen können gehackt und manipuliert werden! Habt Ihr Euch ebenfalls die drahtlose Bedrohung ins Haus geholt?

Na, Puppe…

2016 war ein gutes Jahr für die Spielzeugindustrie. Rund 3,1 Milliarden Euro gaben die Deutschen für Spielsachen aus. 2006 waren es noch 2,2 Milliarden. Die Vorstellung vom Lieblingsspielzeug geht jedoch weit auseinander. Laut einer Umfrage von Statista nach den „Beliebtesten Spielzeugen der Deutschen in ihrer Kindheit im Jahr 2014 nach Altersgruppe“ geben die 16-29-jährigen Barbie (18,6 Prozent), Lego (16,5 Prozent) und Spielzeugautos (15,2 Prozent) an. Wohingegen die 50-69-jährigen Lego (14 Prozent) und klassische Puppen (20,1 Prozent) nennen. Der Trend entwickelt sich allerdings. Heutzutage müssen Spielsachen vor allem eines sein: Smart.

Next Gen-Toys

Smart-Spielzeug heißt, dass immer mehr Spielsachen mit ihren kleinen Besitzern kommunizieren. Sie verfügen über eine Spracherkennung und sind lernfähig. Um diese Funktionen zu erfüllen, braucht das Kuscheltier eine permanente Verbindung zum Internet.

Toys’R’NSA? Gefahr durch Bespitzelung

Das ist eine große Gefahrenquelle! Denn jene Internetverbindung, in den meisten Fällen ist es eine drahtlose Verbindungsmöglichkeit über Bluetooth zum Handy, nutzen Hacker aus. Das Bluetooth-Signal des Spielzeuges lässt sich nämlich nicht abschalten. Es sendet permanent und kann immer empfangen werden. Auch ein Passwort kann in den meisten Fällen nicht hinterlegt werden. Die Hersteller begründen dies damit, dass das Spielzeug unmittelbar einsatzbereit sein muss, sobald die Verpackung geöffnet ist. Der Verbraucherschutz warnt. Ebenfalls die Bundesnetzagentur (BnetzA).

Cayla kennt Euren Lieblingskaffee

Wie die BnetzA über ihre Pressemitteilungen Anfang des Jahres verlauten ließ, wurde die sprechende Puppe „Cayla“ aus dem Verkehr gezogen und verboten. Grund: versteckte Spionagegeräte. Denn ohne Kenntnis der Eltern nahm die Puppe Gespräche des Kindes und anderer Personen auf und leitete diese weiter. Über das Spielzeug sind Unternehmen imstande, das Kind oder die Eltern individuell mit Werbung anzusprechen. Und somit verkaufsfördernd zu manipulieren. Außerdem können Dritte sich in die unzureichend geschützte Funkverbindung hacken. Private Gespräche sind somit unmöglich.

Wenn das Einhorn Lösegeld verlangt

Zwei Wochen, nachdem die sprechende Puppe in Deutschland verboten worden ist, der nächste Skandal. Spielsachen des Herstellers CloudPets (Stofftiere wie Hunde, Bären, Einhörner und Hasen) verlangten Lösegeld! Zusätzlich landeten ganze 2,2 Millionen Sprachdateien offen im Netz. Wie? Der Herstelle verschlüsselte den Zugang auf seine Datenbank nicht, so dass die Audio-Aufnahmen durch die Puppe abrufbar waren. Dies berichtete der Sicherheitsexperte Troy Hunt. Die Hacker konnten durch die Internet-of-Things-Suchmaschine Shodan auf die IP-Adresse des Servers von CloudPets zugreifen. Für die dadurch gewonnenen Informationen und Audio-Aufnahmen der Geräte, verlangten die Diebe Lösegeld.

„Mein Kind macht sowas nicht…“

Denken viele Eltern. Sie unterschätzen die Gefahr und überschätzen die Fähigkeit ihres Kindes, zwischen „harmlosen“ Diskussionen und gefährlichen Anweisungen zu unterscheiden. Insbesondere, wenn jene Anweisungen oder Bitten vom Lieblingsteddy oder der Lieblingspuppe kommen.

Fazit:

Smart-Spielzeug ist spannend und innovativ. Doch es ist fahrlässig, wenn nicht gefährlich, sich der Risiken nicht bewusst zu sein. Private Gespräche und persönliche Daten müssen besser geschützt werden. Auch im Kinderzimmer. Vielleicht sind bunte Holzklötze von Opa und Oma doch keine schlechte Alternative.

Bild:(c) brat82